Ich will, dass es ein Gutes wird!

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Ja, ich will, dass es ein gutes Jahr wird.

Jetzt sind wir schon seit 2 Tagen in diesem neuen Jahr und schon brummt mir der Schädel. Nicht etwa von dem Glühwein an Weihnachten, der Feuerzangenbowle zur festlichen Gans oder dem polnischen Wodka auf eben dergleichen Hochzeit. Vielleicht noch ein bisschen von dem billigen Sekt und dem Rauch der explodierenden Böller und pfeifenden Raketen zu Silvester, — ja davon ganz sicher noch ein bisschen. Aber am meisten brummt mir der Kopf, weil man bestens gelaunt und freudig beschwingt das alte Jahr mit all seinen Fehlern und schlechten Erinnerungen hinter sich lassen und gebührend verabschieden will.

Warum denkt denn niemand jemals daran, dass im neuen Jahr die gleiche Sonne scheint? Warum sollten aufgrund einer anders bezifferten Jahreszahl plötzlich die Tage heller und das Herz reiner und unbeschwerter sein? Jedes Jahr aufs neue blicke ich zurück und bemerke, dass die Probleme und Sorgen sich nicht in Luft aufgelöst haben. Meine Ängste und mein Ballast haben zu Silvester im Partykeller um die Wette gesoffen und sind zu Neujahr in mein Bett gestiegen, um sich bei mir auszunüchtern. Schlimme Gäste! Wie wird man die so schnell wieder los?

Ich schreibe diese Zeilen nicht, weil ich ein sorgenvoller Mensch bin. Ich bin sogar ein Optimist. Ein ganz großer, würde ich sagen. Irgendwann wird alles gut – es ist ja eigentlich nichts schlecht.

Aber als ich dort stand, zwischen den Weinbergen und auf die erleuchtete Stadt herunterblicken konnte, die um punkt Mitternacht mit einem gewaltigen Atemzug funkensprühend zu explodieren schien, musste ich wie jedes Jahr an meine geliebten Menschen denken. Unten schossen Raketen in die Luft, Rauch stieg auf. Dort fuhr ein Krankenwagen, wahrscheinlich mit Sirene. Aber alles war zu laut. Oben leuchteten Sterne durch eine Baumkrone und mit jedem Pfeifen und Explodieren kamen noch ein paar tausend hinzu.

„Ach, wenn ihr das jetzt sehen könntet!“ Dachte ich mir.

Mein Opa ist gestorben. Der wollte das gar nicht mehr sehen. Der wollte überhaupt nichts mehr sehen. Das hat er mir so gesagt. Er war zu alt. Aber egal wie alt und zerbrechlich ein Mensch ist, es ist schwer jemanden loszulassen, der einen großen Teil der eigenen Geschichte geschrieben hat. Er sagte, es sei Zeit, und ich meinte, er habe noch genug. Ich lag falsch. Wie egoistisch man sein kann, wenn man Angst hat zu verlieren.

Aber ein anderer Mensch sollte das sehen. Jemand, der in jenem Moment wahrscheinlich unter dem gleichen Himmel stand, die gleiche eisige Kälte atmete und wahrscheinlich tausend andere Gedanken im Kopf hatte, als ich. Mein Handy musste für meine beschwipsten Worten herhalten und diese wirren Gedanken festhalten. Hier also im Original:

„Ich weiß gar .nicht mehr, wer sie ist.
Aber es ist der erste Tag eines neuen Jahres.
Und mal wieder denke ichban sie.
Ich habe sie niee wirklich gesehen und gekannt.
Aber ich denke an sie. Und sie ist das, woran ichbdenke.
Auch nach 2 Sekrt und einem Bir und einem Anblick voller strnern.,,.“ 


Dieses Jahr habe ich mir einiges vorgenommen. Ich möchte jeden Tag genießen, jeden Tag etwas finden, wofür es sich lohnt, dankbar zu sein. Wir können nicht alles haben was wir wollen. Aber man kann lernen zu wollen, was man hat!

Heute habe ich meinen neuen Job angefangen. Ein richtiger Job. Seriös mit Verantwortung und Aufstiegschancen. Man könnte meinen, ich bin endlich erwachsen geworden…
Und dann habe ich doch wieder an sie gedacht.

 


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